• Karateanzug / Karategi

    Der Karateanzug der auch unter der Bezeichnung Karategi bekannt ist, besitzt eine lange Tradition denn er wurde bereits zu Zeiten entwickelt als die gesellschaftlichen Standesunterschiede dem Karateka es nicht ermöglichten mit Gleichgesinnten zu trainieren. Nach den Vorstellungen der alten Meister sollte beim Karate allerdings weder der gesellschaftliche Status noch die Vermögensverhältnisse oder der Standesunterschied eine Rolle spielen. Basierend auf dieser Grundlage wurde eine einheitliche und neutrale Kleidung in Form einer weißen, schmucklosen und schlichten Uniform entworfen, die einerseits ein Symbol der Gleichheit unter den Karatekämpfern und andererseits aber auch die Bescheidenheit und moralische Reinheit der Träger versinnbildlichen sollte.

    Der Karateanzug bildet bis in die heutige Zeit die Grundausstattung jedes Karateka und wird bei allen Trainingsaktivitäten ebenso getragen wie bei Wettkämpfen von der Begrüßung bis zur Verabschiedung.
    Zu einem Karategi gehört prinzipiell eine Jacke, die auch Uwagi genannt wird, die Zubon, eine weite Hose mit einem Elastik- oder Schnürrbund sowie der Obi, der erforderliche Stoffgürtel, der wiederum den Karateanzug zusammenhält und gleichzeitig aber auch die Graduierung des Kämpfers anzeigt. In der Regel sind alle Bekleidungsstücke aus Baumwolle hergestellt, strapazierfähig und robust. Karateanzüge werden darüber hinaus stets nach dem Stoffgewicht eingeteilt wobei dieses Gewicht immer in Unzen (Oz.) angegeben ist. So können Sie einen Karategi von 8 oz, 10 oz, 12oz, 14 oz 16 oz und 18 oz wählen. Sind Sie jedoch Anfänger im Karatetraining, dann sollten Sie einen Karateanzug, der ein Gewicht von 8 oz oder 10 oz aufweist bevorzugen.

    Die drei unterschiedliche Arten eines Karateanzuges

    Der Karategi für Kata

    Dieser Karateanzug zeichnet sich in erster Linie durch seine sehr weit aber kurz geschnittenen Beine und Arme aus. Darüber hinaus fällt der sogenannte Rock der Katajacke also der Stoff, der sich unterhalb des Gürtels befindet sehr lang aus. Das Stoffgewicht dieses Karategi umfasst zwischen 12 - 16 oz was wiederum den Vorteil des sogenannten "Knalleffekts" oder auch "Peitscheneffekts" bietet. Führen Sie also schnelle Bewegungen beim Kata aus, dann knallt Ihr Anzug, wodurch die Stärke Ihrer Technik noch einmal unterstrichen wird.

    Der Karategi für Kumite

    Im Bereich Kumite wird der Karateanzug in zwei verschiedene Bereiche unterteilt: in Karatekis für den Semikontakt und den Vollkontakt. Beim Semikontakt wird insbesondere ein leichterer Karateanzug mit einer kürzeren Jacke sowie langen Armen und Beinen getragen, der aus einem luftigen leichten Mischgewebe besteht, das über eine Cordstruktur verfügt, wie es auch bei Taekwondoanzügen verwendet wird. Führen Sie schnelle Bein- und Handbewegungstechniken aus, dann werden diese nicht durch den Karategi gebremst.

    Dagegen ist im Vollkontaktbereich der Karateanzug aus einem schwereren Material mit 12 - 16 oz hergestellt. Da jedoch beim Vollkontakt auch Griffe an den Karateki zulässig sind, besitzt dieser Karateanzug häufig kurz geschnittene Arme.

    Karategi im europäischen Schnitt

    Der Karateanzug im europäischen Stil ist gekennzeichnet von lang geschnittenen Armen und Beinen sowie einer kürzeren Jacke. Diesen Anzug können Sie während des ganz normalen Trainings tragen.


    Eine generelle Regelung welchen Karateanzug Sie während Ihres Trainings tragen sollten gibt es nicht. Nehmen Sie allerdings an Wettkämpfen teil auf Bundes-, Landes-, Regional- oder Internationaler Ebene dann sollten Sie bereits im Vorfeld abklären welcher Karategi getragen werden sollte, was von Verband zu Verband ganz verschieden sein kann.

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